Wasser sparen

Wassersparen ist ein Thema das über die bisherigen Inhalte der Website hinaus geht - denn Wasser stellt ja keinen Energierohstoff dar. Wasser ist jedoch zusammen mit den Energieträgern eine der wichtigsten Ressourcen unserer Erde und bedarf eines schonenden Umgangs. Wie auch mit der Energie gehen wir hier in Europa mit Trinkwasser sehr verschwenderisch um.

Ein deutscher Bundesbürger verbraucht täglich ca. 117 Liter Trinkwasser. Ein großer Teil davon wird z.B. für die Klospülung oder die Bewässerung des Gartens genutzt für die man eigentlich kein reines Trinkwasser benötigen würde. In diesen Bereichen könnte problemlos Regenwasser verwendet werden.

Trinkwasserverbrauch nach Verbrauchsarten

Deutschland ist kein wasserarmes Land; trotzdem ist nur eine endliche Wassermenge jährlich verfügbar. Besonders gefährdet was die Wasserversorgung angeht sind trockene Regionen wie Oberpfalz oder Franken. Großstädte müssen heutzutage ihr Wasser teils aus hundert Kilometern Entfernung herbeiholen weil lokale Quellen schon längst voll ausgenutzt werden, Nürnbergs Wasser kommt z.B. teilweise aus der Lechregion.
Die Einsparung von Trinkwasser ist aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen eine notwendige und sinnvolle Maßnahme, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Hierbei gibt es grundsätzlich zwei Einsparmöglichkeiten für den Verbraucher:

1) Vernünftiger Umgang mit Trinkwasser

  • Duschen statt Baden: Duschen verbrauch ca. 30 - 50l Wasser pro Duschgang, ein Vollbad hingegen 150 - 200l.
  • Moderne Klospülungen mit Stopptaste verwenden:Besonders für die Beseitigung von Urin wird nur wenig Wasser benötigt.
  • Einhandmischer und Durchlaufbegrenzer verwenden: Sie verringern den Wasserverbrauch beim Waschen.
  • Dem Abwasser keine giftigen Stoffe oder Abfälle beimischen: Abfälle verstopfen die Kanalisation, Chemikalien verseuchen das Wasser.
  • Undichte Stellen in Leitungen oder an Wasserhähnen etc. sofort abdichten: Leckagen können große Wasserverbräuche nach sich ziehen und entsprechend hohe Kosten.
  • Wasser nicht unnötig laufen lassen: Z.B. beim Zähneputzen oder beim Eincremen unter der Dusche.
  • Wasser abdrehen: Beim Abspülen nicht unter laufendem Wasser arbeiten sondern Waschschüssel/Becken füllen und dann spülen.
  • Auffüllen: Wasch und Spülmaschinen nur in Betrieb nehmen wenn sie wirklich voll sind.
  • Ersetzen: Alte Geräte mit hohem Wasserverbrauch (Waschmaschine, Geschirrspüler) ersetzen.
  • Rasen nicht bewässern: Rasen braucht nur wenig Wasser und erholt sich sogar nach Trockenperioden schnell wieder. Gras nicht ganz kurz mähen weil es sonst leicher austrocknet.
  • Zur rechen Zeit gießen: Pflanzen abends/nachts gießen um Verdunstung möglicht klein zu halten.
  • Regenwasser sammeln: Sammeln Sie Regenwasser in Tonnen oder Zisternen zur Gartenbewässerung.
  • Fahrzeuge in der Waschstraße waschen lassen: Dort wird das Waschwasser wiederverwendet und giftige Substanzen gelangen nicht in die Kanalisation.

2) Einsatz von Regenwasser als Brauchwasser

Durch die Nutzung von Regenwasser werden die Trinkwasservorräte geschont und gleichzeitig die Kläranlagen entlastet, weil das Regenwasser nicht mehr direkt in die Abwasserkanäle fließt. Die Voraussetzung für die problemlose Nutzung des Regenwassers ist der Bau einer Regenwasseranlage nach modernen Gesichtspunkten. Das Regenwasser kann dann ins Hausnetz eingespeist werden und für die Klospülung oder zum Waschen oder für die Bewässerung eines Gartens genutzt werden - ohne dass Kosten entstehen.

Für die Sammlung des Regenwassers ist beinahe jede Dachoberfläche als Auffangfläche geeignet. Wasser von Dächern, die mit Asbestzement gedeckt sind, sollte nicht aufgefangen werden. Ideal ist ein unterirdisch verlegter Speicher. Hier ist die Gefahr der Verkeimung aufgrund der konstant niedrigen Temperaturen am geringsten. Der Speicher muss mit einen Überlauf ausgestattet sein, um Übermengen ableiten zu können. Dies kann in das Kanalnetz erfolgen oder bei günstiger Lage des Speichers auch in eine Versickerung münden.

Nach den bisherigen Erfahrungen arbeiten moderne Regenwasseranlagen zuverlässig über Jahre hinweg. Bei regelmäßiger Wartung und Reinigung der Anlagenbestandteile ist über einen Zeitraum von Jahrzehnten ein sicherer Betrieb zu erwarten.

Als Speicher eignen sich Zisternen aus Betonringen oder vorgefertigte erdverlegte Kunststofftanks. Tipp: Für Ein- und Zweifamilienhäuser genügen im Normalfall 30 – 40l Speichervolumen pro qm Dachfläche. Damit auch bei Trockenheit der Bedarf gedeckt wird, ist eine Nachspeisung von Trinkwasser vorzusehen. Die Nachspeisung muss aus hygienischen Gründen drucklos erfolgen, d.h. der Einlaufstutzen darf nicht mit dem gesammelten Regenwasser in Berührung kommen.

Der Bau des Zuleitungssystems ist nach DIN 1986 (Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke) auszuführen. Um Verunreinigungen des Speichers zu vermeiden, wird in den Zulauf ein "Filter (Fallrohrsieb, Filtersammler oder selbstreinigender Durchlauffilter) eingebaut.

Durch die Installation eines sog. Hauswasserwerks erzielen Sie an den angeschlossenen Wasserhähnen einen ausreichend hohen Betriebsdruck, so dass auch Gartenschlauch, Gartenberegner etc. problemlos angeschlossen werden können.

Regenwasseranschlüsse (Entnahmestellen) sind eindeutig zu kennzeichnen. (Verwechslungsgefahr

Kosten: Eine Regenwasseranlage für ein Haus (Vier-Personen-Haushalt) erfordert etwa eine Investition von 4.000€. Aufgrund der Einsparung bei den Trinkwassergebühren (ortsübliche Satzungsregelung beachten) erscheint die Regenwassernutzung bei den heutigen Gebühren zunächst unwirtschaftlich.

Wirtschaftlichkeit: Bis sich ein wirtschaftlicher Betrieb einer Regenwasseranlage einstellt können 25 Jahre vergehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in Zukunft die Trinkwasserpreise deutlich steigen werden. Die langfristige Wirtschaftlichkeit einer Regenwasseranlage verbessert sich dadurch. Der Nutzen für die Umwelt der sich durch die Schonung der Grundwasserreserven oder aus der Entlastung der Kläranlagen ergibt, ist nur schwer mit Geld zu bewerten

Förderung: In manchen Gemeinden ist in den Bebauungsplänen die Regenwassernutzung bereits zwingend vorgeschrieben. Verschiedene Kommunen belohnen die Regenwassernutzung, indem sie Zuschüsse zum Bau von Regenwasseranlagen gewähren. (Höhe der Förderung, Zuwendungsvoraussetzungen, Verwendungszweck etc.) legen die jeweiligen Kommunen in eigener Verantwortung fest. Bei Ihrer zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung erfahren Sie, ob es eine Zuwendung gibt und welche Unterlagen Sie vorlegen müssen, um an eine Förderung zu gelangen.


Links zum Thema

Logo: Bayerische Landesamt für Umwelt

Bayerische Landesamt für Umwelt
Naturnaher Umgang mit Regenwasser
www.lfu-bayern.de

Logo: wasser.de

wasser.de
Tipps zum Wassersparen
www.wasser.de